Kalifornien will Werbung auf Autokennzeichen schalten
Das der „sunshine state“ in den letzten Jahren wiederholt vor der Pleite stand, ist hinlänglich bekannt; die Regierung von „Gouvernator“ Arnold Schwarzenegger versucht dem entgegenzusteuern, indem sie mit teils skurrilen Ideen für ein ordentliches Klingeln in der Kasse sorgen will. So gibt es beispielsweise alle paar Monate irgendwo in Kalifornien Versteigerungen von Staatseigentum, das nicht mehr gebraucht wird, verkauft werden dabei massenhaft ehemalige Polizei- oder Feuerwehrautos, PCs die in den Behörden nicht mehr gebraucht werden oder gar ehemalige Polizeimotorräder von Schwarzenegger persönlich signiert.
Auch die Erlaubnis von Schwarzeneggers Regierung, Cannabis als Medikament zuzulassen und in staatlichen „Apotheken“ zum Verkauf anzubieten, hat schon Millionen von US-Dollar in die notorisch leere Staatskasse von Kalifornien gespült. Doch der Staat der Schönen und Reichen hat noch immer massive Finanzprobleme und setzt so auf verschiedenste Ideen um das Finanzloch zu bekämpfen. Die neueste Idee ist ebenso einfach wie genial, der kalifornische Staat will allen Ernstes Werbung auf Autokennzeichen zum Standard machen. Die Erlöse sollen natürlich zum Großteil dem kalifornischen Staate zugute kommen.
Funktionieren soll das Ganze folgendermaßen: Künftig geben die kalifornischen Kfz-Behörden digitale Nummernschilder aus, die neben der herkömmlichen Kennzeichnung abwechselnd Werbebotschaften einblenden. Steht das Auto weniger als vier Sekunden still, ist nur die Nummer zu sehen; wird das Auto wieder bewegt, wird abwechselnd die Nummer und Werbung eingeblendet. Damit Verbrecher in Kalifornien aber auch künftig von der Polizei anhand ihres Kennzeichens ausgeforscht werden können, bleibt die herkömmliche Kennzeichnung in einem Eck des Kennzeichens immer zu sehen. Sollte sich die Idee durchsetzen, könnte dies vielleicht ein Vorbild für andere US-Staaten oder Nationen auf der ganzen Welt werden.
Die Werbeindustrie begrüßt naturgemäß die Pläne von Gouverneur Schwarzeneggers Regierung, die Idee sei großartig, man hätte schon viel früher darauf kommen sollen. Bis die Pläne allerdings in die Tat umgesetzt werden, wird es noch ein paar Monate dauern. Der kalifornische Senat hat bereits seine Zustimmung erteilt, jetzt wird der Vorschlag noch vom kalifornischen Kongreß debattiert. Doch auch hier scheint es sehr wahrscheinlich, dass die benötigte Zustimmung erteilt wird. Um für ein mehr in der maroden Staatskasse zu sorgen, ist den kalifornischen Politikern so gut wie jedes vertretbare Mittel recht. Auch ein Unternehmen, das die benötigten Kapazitäten für die Produktion digitaler Autokennzeichen vorzuweisen hat, war im Staat, in dem unter anderem auch das Sillicon Valley beheimatet ist, schnell gefunden. So dienen die neuen Kennzeichen nicht nur der kalifornischen Staatskasse, sondern auch der kalifornischen Wirtschaft. Man darf gespannt sein, was sich die kalifornische Regierung als Nächstes einfallen lässt.